94 % der Unternehmen trauen KI nicht zu, die richtige kulturelle Note zu treffen. Sie verwenden sie dennoch.
Eine neue RWS-Studie offenbart die Cultural Intelligence-Kluft, die Unternehmens-KI auf globaler Ebene schleichend untergräbt.
Maidenhead, Vereinigtes Königreich
4/22/2026 9:00:00 AM
4/22/2026 9:00:00 AM
Neue Recherche-Ergebnisse von RWS (RWS.L) haben einen kritischen Schwachpunkt bei der KI-Bereitstellung in Unternehmen aufgezeigt: Die große Mehrheit der Führungskräfte im Content-Bereich glaubt kaum oder gar nicht, dass KI kulturelle und emotionale Nuancen auf globalen Märkten adäquat handhaben kann. Allerdings werden KI-generierte Inhalte trotz dieser Unsicherheit in den Märkten verbreitet. Das Ergebnis ist eine sich verschärfende finanzielle und geschäftliche Krise, die sich nicht allein durch Schnelligkeit, Volumen und Modell-Upgrades beheben lässt.

Die entsprechende Studie basiert auf einer Umfrage unter 200 Führungskräften aus dem Content-Bereich in den USA, im Vereinigten Königreich und im asiatisch-pazifischen Raum. 86 % der Befragten sagten aus, KI habe die Content-Erstellung beschleunigt, aber 65 % berichteten, dass sie gleichzeitig die Lokalisierung verlangsamt habe. Dies führt zu einem erhöhten Nacharbeitsaufwand, der jedes Jahr mehr als ein Fünftel des Unternehmensbudgets für Lokalisierung verschlingt.
Eine wachsende finanzielle Belastung
Mehr als ein Fünftel (21 %) des Lokalisierungsbudgets wird für Überarbeitungen verbraucht: Inhalte, die korrigiert oder kulturell angepasst werden müssen, bevor sie auf globalen Märkten bereitgestellt werden können. Für ein weltweit tätiges Unternehmen, das 5 Millionen US-Dollar für die Lokalisierung aufwendet, entspricht dies einem Verlust von über 1 Million US-Dollar pro Jahr, um die eigenen KI-Inhalte aus generischen Modellen zu korrigieren.


„Fragen Sie Content-Führungskräfte, ob KI wirklich mit kulturellen Nuancen umgehen kann. Dabei wird sich weniger als eine von zehn Personen zuversichtlich zeigen. Doch die gleichen Beteiligten skalieren KI-generierte Inhalte dennoch über globale Märkte hinweg. Die Lösung ist nicht, die Geschwindigkeit zu verringern – sondern intelligentere KI bereitzustellen. KI, die Kontext, Kultur und Markenabsicht genauso gut versteht, wie sie in großem Maßstab Inhalte generiert.“

Die Cultural Intelligence-Kluft
Recherchen zeigen eine auffällige Diskrepanz bei der Implementierung von KI in Unternehmen. 71 % der Führungskräfte im Content-Bereich verwenden generative KI für Übersetzungen – etwas, das KI mit zunehmender Kompetenz bewältigt. Nur 20 % nutzen sie für die viel schwierigere Aufgabe der Lokalisierung: die kulturelle Kompetenz, Inhalte in jedem Markt natürlich, ansprechend und relevant zu gestalten. Die umfangreiche Implementierung von KI in diese bereits strapazierten Workflows löst das Problem nicht, sondern verschlimmert es.
Eine gefährliche Selbstzufriedenheit
Wohl am auffälligsten ist die Lücke hinsichtlich des Vertrauens, die sich im Rahmen der Recherche offenbart. 56 % der Führungskräfte sagten aus, ihre Unternehmen würden die Lage „bewältigen“, aber sie sei „angespannt“, und nur eine von sechs Personen meinte, sie könnten mit den Anforderungen an Inhalte gut umgehen. Dennoch glaubt mehr als die Hälfte an deutliche Verbesserungen in den nächsten drei Jahren – ohne wesentliche strukturelle Veränderungen. Die Recherche-Ergebnisse von RWS lassen darauf schließen, dass dieser Optimismus unangebracht ist. Da das Volumen an KI-generierten Inhalten über immer mehr Sprachen, Formate und Kanäle hinweg zunimmt, wird sich die Komplexität weiter erhöhen – es sei denn, Unternehmen integrieren Cultural Intelligence bereits früh in ihre Content-Prozesse, bevor Probleme entstehen.
Die Ergebnisse basieren auf einer Umfrage unter 200 Führungskräften aus dem Content-Bereich in den USA, im Vereinigten Königreich und im asiatisch-pazifischen Raum. Die Befragten repräsentieren globale Großunternehmen, die in den Bereichen Content-Strategie, Lokalisierung und digitale Kommunikation tätig sind.
