Wie man mit Blick auf die Lokalisierung schreibt
Teilen
Zum Schließen hier klicken
Zum Schließen hier klicken
Hier abonnieren

Wie man mit Blick auf die Lokalisierung schreibt

Als Experten für Lokalisierung wissen wir, wie wichtig es ist, unseren Kunden aus­gezeichnete Arbeit zu liefern. Eine der größten Heraus­forderungen, um diese Qualität zu erreichen, ist die Qualität der Ausgangs­inhalte. Sie sind der Rohstoff, mit dem die Übersetzer arbeiten. Geben Sie ihnen unklare Texte, die voller Fachjargon oder ohne Kontext sind, und sie werden Ihnen unweigerlich eine Unmenge von Rückfragen oder, schlimmer noch, schlecht übersetzte Arbeiten zurückschicken.

Das Schreiben für die Lokalisierung bedeutet, dass Sie den Quell­inhalt mit Blick auf den Übersetzer erstellen. Ein Bericht von Common Sense Advisory (CSA Research) hebt deutlich die Vorteile einer Optimierung der Quell­inhalte vor der Übersetzung hervor. Die Ver­wendung klarer, eindeutiger Sätze und einer konsistenten, weltweit ver­standenen Sprache ist ein wesentliches Element, um am Ende eine qualitativ hoch­wertige Übersetzung zu erhalten. Vielleicht nicht allzu über­raschend ist, dass dies auch positiv für Leser in der Ausgangs­sprache ist. Der CSA-Bericht geht davon aus, dass optimierte Inhalte um bis zu 50 % leichter lesbar und um 29 % kürzer im Vergleich zu nicht optimierten Inhalten sein können.

Wie gehen wir also vor, wenn wir für die Lokalisierung schreiben? Hier sind fünf einfache Tipps, die Ihnen helfen können, die Qualität sowohl der Ausgangs­inhalte als auch des lo­kalisierten Inhalts zu verbessern.

1. Vermeiden Sie Jargon und Slang

Wenn Sie beispiels­weise für Handwerker schreiben, werden diese genau wissen, was Sie mit „Stellen sie die Maschine ins Wasser“ meinen; übersetzen Sie diesen Satz ins Englische, Russische oder Hindi, und die Bedeutung ist vielleicht nicht so klar. Es bedeutet die Maschine horizontal aus­zurichten und leitet sich aus der Benutzung einer Wasserwaage ab, die im Übrigen auch nicht dazu da ist, um Wasser zu wiegen. In ähnlicher Weise würde ein Brite nicht einen Moment lang denken, dass die Erwähnung von „Bob’s your uncle“ die Kenntnis der familiären Be­ziehungen des Lesers impliziert; der Ausdruck bedeutet „und da bist du“ (ähnlich wie „et voilà“ im Französischen), aber wenn er wörtlich übersetzt wird, wird sicher jede Art von Chaos folgen.

Um diese Pannen zu vermeiden, ist es ratsam, die Wahl der Sprache klar zu halten und sich immer zu fragen, ob der niedliche Satz, den Sie verwenden wollen, weltweit verstanden wird.

2. Konsistent sein

Wenn Sie kreative Inhalte schreiben, dann ist Ihr Thesaurus wahr­scheinlich ein vertrauens­würdiger Freund. Warum immer wieder „viel“ in einem Artikel verwenden, wenn Sie es gegen „eine Fülle“, „eine Menge“ oder sogar „ein Füllhorn“ eintauschen können? Wenn Sie für die Lokalisierung schreiben, insbesondere wenn Sie standardisierten Text wie z.B. Produkt­beschreibungen erstellen, sollten Sie diesen kreativen Drang unter­drücken und sich an ein konsistentes, bekanntes Wort oder eine Phrase halten. Es zeigt vielleicht nicht das volle Ausmaß Ihres literarischen Talents, aber Sie werden sich sicherlich die Dank­barkeit der Übersetzer verdienen, die mit Ihren Worten ihren Zauber wirken müssen.

3. Es einfach halten

Wählen Sie in ähnlicher Weise immer die einfachsten Worte, um Ihre Botschaft zu vermitteln. Vermeiden Sie lange Füllwörter, die ein einzelnes Wort ersetzen oder ganz weggelassen werden können, ohne den Sinn des Satzes zu verändern. Klassische Beispiele für diese Über­tretungen sind „zu diesem Zeit­punkt“, das zu „noch“ oder „jetzt“ verkürzt werden kann, „um zu“, das fast immer nur „zu“ sein kann, und „aufgrund der Tatsache, dass“, was nichts im Vergleich zu einem einfachen „weil“ hinzufügt.

4. Vermeiden Sie Homonyme

Übersetzer hassen Homonyme, und das aus gutem Grund. Wenn einem Linguisten ein Satz oder ein Fragment ohne aus­reichenden Kontext präsentiert wird, kann ein Homonym ihn zwingen, eine Frage zu stellen, um wilde Ver­mutungen zu vermeiden, die peinliche Folgen haben könnten. Das Englische ist besonders gesegnet (oder verflucht) mit diesen Wörtern, die auf dem Papier identisch aussehen und manchmal sogar gleich klingen, aber sehr unter­schiedliche Bedeutungen haben. Hier sind einige Beispiele, die dies nur allzu deutlich veranschaulichen:

  • “Der Kollege wartet vor der Bank” – geht’s es nun um die Bank zum Sitzen, oder will er schnell noch ein Geldgeschäft erledigen?
  • “Bitte die Absperrung umfahren” – man könnte in diesem Fall direkt gegen die Absperrung fahren oder vielleicht doch lieber an der Seite daran vorbei?
  • “Es geht um die Entscheidung” – da stellt sich die Frage, ob die Entscheidung noch zu treffen ist oder schon das Ergebnis derselben gemeint ist?
  • “Montage” – besonders knifflig wird es, wenn dann auch noch der Kontext fehlt.

Wenn Sie für die Lokalisierung schreiben und wissen, dass ein Wort, das Sie verwenden, ein Homonym hat, wählen Sie eine geeignete Alternative – das macht es allen leichter.

5. Inhalte wiederverwenden, wo Sie können

Überprüfen Sie Ihre vorhandenen Inhalte und analysieren Sie, was wiederverwendet werden kann. Das spart um Zeit und Geld. Besonders die Inhalte, die bereits in mehreren Sprachen verfügbar sind, verfügen über entsprechendes Einsparpotenzial. Bei der Wiederverwendung können Content-Management-Systeme (CMS) sehr hilfreich sein. Mit CMS können Sie Ihre Inhalte modularisieren, um so einzelne Abschnitte oder ganze Blöcke mehrfach zu verwenden.

Auch beim Marketing, wo Inhalte gerne über verschiedene Kanäle ausgegeben werden, bietet sich eine Wiederverwendung an. Allerdings steigt hier oft der Bedarf an kleineren oder größeren Anpassungen, beispiels­weise für die Suchmaschinenoptimierung.

 

Es kommt nur allzu häufig vor, dass ein Unternehmen sich auf die Erstellung von Inhalten in der Ausgangssprache konzentriert und diese dann direkt zur Lokalisierung übergibt, sei es an einen Sprach­dienstleister oder an ein internes Team. Indem man die Erstellung und Lokalisierung von Quelltexten in getrennt betrachtet, ist es wahr­scheinlich, dass die beteiligten Personen sich jeweils auf ihren eigenen Aufgaben­bereich fokussieren. Verbesserungen der eigenen Arbeit zum Nutzen der „Anderen“ haben da nicht unbedingt die höchste Priorität.

Gestalten Sie stattdessen die Erstellung und Lokalisierung von Inhalten als Teil einer Prozess­kette. Das lohnt sich, denn besonders bei mehr­sprachiger Lokalisierung multi­plizieren sich Probleme und die damit verbunden Kosten mit der Anzahl der Zielsprachen. Andererseits ist die Lokalisierung ein guter Test für die Ver­ständlichkeit der Quell­texte. Kürzere und klarere Inhalte werden mit größerer Wahr­scheinlichkeit unabhängig von ihrer Sprache oder ihrem Zweck gelesen. Wenn Sie interessiert sind die Vorteile einer integrierten Prozess­kette zu nutzen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 

Comments